Rufbereitschaft Herzkatheter

Im Herbst letzten Jahres wurde die Herzkatheterrufbereitschaft vom Klinikvorstand schon einmal abwechselnd in Rothenburg und Ansbach eingeführt. Man nannte es einen Versuch.
Der Ansbacher Stadtrat protestierte geschlossen gegen diese Maßnahme. Alle sieben Fraktionen unterzeichneten deshalb einen Offenen Brief an den Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Ludwig und an den Klinikvorstand Dr. Goepfert:

Stadträte der Stadt Ansbach, Stadthaus, Johann-Sebastian-Bach-Platz 1, 91522 Ansbach

                                                                                                                                              
                                                                                                                                               Ansbach 13.11.2014

An den
Vorsitzenden des Verwaltungsrates Herrn Landrat Dr. Ludwig
und an denVorstand Herrn Dr. Goepfert von Anregiomed
Escherichstraße 1
91522 Ansbach

Versorgung von Herzinfarktpatienten

Sehr geehrter Herr Dr. Ludwig, sehr geehrter Herr Dr. Goepfert,

wir erwarten von Ihnen, auch im Namen unserer Stadtratskolleginnen und -kollegen, dass sie die Verschlechterung bei der Versorgung von Herzinfarktpatienten wieder zurück nehmen und den „Versuch“ unverzüglich beenden.
Seit Jahren ist bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen, dass es bei einem akuten Herzinfarkt entscheidend ist, dass die ausreichende Sauerstoffversorgung des Herzmuskels schnellstmöglich wiederhergestellt wird. Vielen Betroffenen hat ein optimales Zeitmanagement das Leben gerettet.
Mit der Aufhebung der Dienstbereitschaft für die Akutherzkathetereingriffe am Wochenende in Ansbach bzw. in Rothenburg wird im Versorgungsgebiet für die Ansbacher und die Bürgerinnen und Bürger der ganzen Region eine besorgniserregende, nicht akzeptable Verschlechterung der Versorgungsqualität in Kauf genommen!

Die Folgen dieser Maßnahmen können für die Betroffenen möglicherweise bleibende gesundheitliche Schäden oder sogar das Ableben bedeuten.
Aus diesen Gründen ist eine Fortführung der als „Versuch“ eingeführten Reduzierung der Bereitschaft für uns Ansbacher Stadträte im Interesse der Patientenversorgung nicht akzeptabel, denn gerade bei einem Herzinfarkt verschlechtern sich die Heilungschancen durch einen längeren Transport und/oder die verzögerte Therapie erheblich.

Wir sind mit der Einschränkung der Akutversorgung nicht einverstanden.
Die bisherige Versorgung eines Patienten mit Herzinfarkt im Ansbacher und Rothenburger Klinikum mit einem 24-Stunden Dienst war oft Leben rettend und sollte beibehalten bzw. sofort wieder eingeführt werden.

Die örtlichen Medien erhalten einen Abdruck dieses Schreibens.

gez.

Jochen Sauerhöfer
Stadtrat der CSU

Martin Porzner
Stadtrat der SPD

Hannes Hüttinger
Stadtrat der BAP

Dr. Christian Schoen
Stadtrat der Grünen

Friedmann Seiler
Stadtrat der ÖDP

Elke Homm-Vogel
Stadtrat der FW

Boris Andre Meyer
Stadtrat der OLA