Wir wollen mehr für den Schutz von Schmetterlingen und Co. tun

„Rettet die Bienen“ – dafür haben auch die Ansbacher Bürger durch ihre Unterschrift zum Volksbegehren gezeigt, dass ihnen der Erhalt der Lebensgrundlagen sehr wichtig ist und dazu gehört ein Schutz der Insekten, die am Anfang der Nahrungskette unserer Tierwelt stehen.

Insekten, wie Bienen, Heuschrecken und Schmetterlinge sind durch viele menschliche Einflüsse stark bedroht und in ihrer Existenz gefährdet.

Naturschutzverbände warnen vor einem Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen in Deutschland. In den vergangenen 15 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen.

Neben dem Einsatz von Spritzmitteln, den „modernen“ Mähtechniken und der Monokulturen in der Landwirtschaft sind es aber auch die menschlichen und kommunalen Verhaltensweisen, die es den Insekten schwer machen zu überleben.

Aus den Daten der Krefelder Studie des Entomologischen Vereins zum Insektensterben geht hervor, dass nicht nur Klima und Lebensraum für den Rückgang verantwortlich sind, sondern auch die Lichtverschmutzung. Lichtquellen sind nämlich ein bisher vernachlässigter Grund für das Insektensterben. Das Aktionsprogramm der Bundesregierung zum Insektenschutz, das im Juni 2018 beschlossen wurde, hat den Punkt „Lichtverschmutzung eindämmen“ inzwischen aufgenommen.

Fluginsekten werden von künstlichen Lichtquellen angezogen und sterben durch Erschöpfung oder als leichte Beute, wenn sie nicht alleine schon durch die Hitze verbrennen. Zusätzlich werden sie durch Lichtschneisen in ihrer Ausbreitung gebremst. Der dadurch fehlenden genetische Austausch innerhalb zergliederter Insektenpopulationen reduzieren deren Widerstandsfähigkeit gegen andere negative Umwelteinflüsse.

Gründe dafür sind u.a. der Straßenverkehr, die naturfremde Gestaltung der Gärten, die Zerstörung von Lebensräumen genauso wie die mit städtischen Schlegelmähern vernichtenden Grünbereiche und eben die nächtliche Beleuchtung unserer Straßen.

Wenn die Fluginsekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Blumen und Bäume werden nicht mehr bestäubt und vielen Vögeln fehlt die Nahrungsgrundlage.

In Deutschland leben 248 einheimische Vogelarten mit rund 90 Millionen Brutpaaren (1985 waren es noch rund 300 Millionen). Im Bundesgebiet hat die Anzahl der Singvögel in einem Jahr um 20% abgenommen

Die Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser e.V. (BAP) erwartet von der Stadt Ansbach, dass die Anstrengungen zum Schutz der Insekten verstärkt werden. Hierzu gehört es auch die nach unserer Überzeugung übertriebene Beleuchtung der Straßen zu reduzieren.

Die Veränderung der Straßenbeleuchtung dient nicht nur dem Insektenschutz, sondern auch der Gesundheit der Bürger, denn viele Menschen können ohne störende Straßenbeleuchtung besser schlafen.

Die eingesparte Energie entlastet den städtischen Haushalt und ist natürlich ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

In vielen Gemeinden und Ortsteilen wird bereits jetzt auf eine nächtliche Dauerbeleuchtung verzichtet. Vor kurzem hat die Gemeinde Burgoberbach im Juni 2019 einstimmig beschlossen die gesamte Straßenbeleuchtung in Wohn- und Mischgebieten zwischen 1:00 Uhr und 4:30 Uhr zu unterbrechen. Dies gilt nach einem Zusatzbeschluss auch für Gewerbegebiete.

Die Stadt Herrieden hat erst vor ein paar Tagen beschlossen die Leistung der neuen LED-Straßenlampen ab Mitternacht um 50% zu reduzieren und ab 1 Uhr ganz abzuschalten.

Die BAP schlägt vor für alle Ansbacher Ortsteile mit der Ausnahme von Hauptverkehrsstraßen und städtische Kerngebiete die Straßenbeleuchtung zu ändern.

In den Ortsteilen und Wohngebieten halten wir es für angebracht die Straßenbeleuchtung in der Zeit zwischen 1:30 und 4:30 abzuschalten.

So soll die Umstellung von immer noch verwendeten heißen Leuchtmitteln auf sparsame LED in Ansbach fortgesetzt werden. Für Insekten weniger schädlich wären warmweiße Leuchten mit einer Farbtemperatur zwischen 1700 und 3000 Kelvin, die möglichst niedrig angebracht sind und keine Sträucher, Bäume oder Hecken beleuchten.

Auf Himmelsstrahler und einer Beleuchtung von Sehenswürdigkeiten soll ganz verzichtet werden.

Vorbildlich sind derzeit die mittelfränkischen Städte Nürnberg und Fürth. Hier kommen LED-Strahler mit einer warmweißen Farbtemperatur bis 3000 Kelvin zum Einsatz. Ab 22:00 Uhr (Nürnberg ab 22:30) werden die LEDs auf 50% gedimmt. In Fürth werden zudem Radiosensoren getestet, die wie Bewegungsmelder fungieren und das Licht nur bei Bedarf auf eine volle Leistung hochfährt.

Für die Ansbacher Kernstadt erscheint uns eine Dimmung das richtige Mittel.

Dies schränkt unserer Meinung nach weder die Verkehrssicherheit noch die Sicherheitsinteressen der Bürger ein und hilft der Natur sich zu erholen.

Hannes Hüttinger

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